Meine Geschichte.

Vom stummen Baby zur Speakerin

Ich kam ohne Stimme auf die Welt. Eine schwere Stimmverletzung machte mich als Baby vorerst stumm, bis zu meinem 17. Lebensjahr konnte ich nahezu nur flüstern und leise fiepsen - und das auch nur unter großer Anstrengung und Schmerzen.

Die Prognose: Ich werde nie normal sprechen können - und singen erst recht nicht.

Doch seit meinem 5. Lebensjahr hatte ich einen Traum, der größer war als jede körperliche Grenze:

Ich wollte Sängerin und Sprecherin werden.

Angesichts meiner Grenzen kann man sich vorstellen, wie mein Umfeld reagierte: Ich wurde belächelt, teils ausgelacht und man hat mir versucht, diese Unmöglichkeit wohlwollend auszureden: “Bleibe realistisch! Es geht nicht.”

Doch das Herz kennt kein “Es geht nicht.”. Wo der Kopf Grenzen sieht, sieht das Herz Möglichkeiten. Und genau dem bin ich gefolgt: 20 Jahre lang kämpfte ich für meinen Traum – mit Operationen, unzähligen Stunden zähem Training, Rückschlägen und Hindernissen. Ich investierte über 25.000 Euro, die ich mir zusammensparte und erarbeitete und reiste regelmäßig für meine Behandlung durch das halbe Land.

Doch mein Investment und meine Ausdauer haben sich gelohnt:

Heute spreche ich normal. Nächstes Jahr möchte ich mein Ziel des Singens erreichen. Und ich habe den Schritt gewagt, meine Stimme zu meinem Hauptberuf zu machen.

Vom Trauma zur inneren Stärke

Mit elf Jahren war ich gezwungen, erwachsen zu werden: Durch schwere Gewalterfahrungen trug ich Schäden davon, die ein normales Leben und eine Zukunft unmöglich erscheinen ließen. Die Angst sperrte mich ein und die Symptome raubten mir jede Kraft - viele Jahre und viel zu jung, musste ich ganz allein auf mich gestellt damit fertigwerden, bis ich Hilfe fand. Auch hier war die Prognose schlecht: Ich sollte in die Werkstätte und würde eine permanente Betreuung brauchen, um den Alltag zu bewältigen.

Alleine wohnen? Eher nicht.

Studieren? Vergiss es!

Unabhängig und erfolgreich sein? - Ein Wunschtraum.

Doch auch diese Aussicht wollte ich nicht als meine Grenze akzeptieren:

“Ich zeichne meine Zukunft, wie ich sie möchte!”

Ich brach die Reha-Maßnahmen ab und entschloss mich, eigene Wege zu suchen und zu gehen, auch wenn sie sich als schwer erweisen würden. Doch wenn man darauf vertraut, dass es Wege und Möglichkeiten gibt, egal wie begrenzt die eigenen Umstände sind, dann öffnen sich auch Wege:

Ich habe Gesundheitspsychologie studiert, mich zur Resilienz-Trainerin fortgebildet und vor allem: Bin heute nach 20 Jahren schwerer PTBS gesund und stehe auf der Bühne meines Lebens, anstatt nur Zuschauer zu sein.

Ich habe gelernt, wie man sich selbst führt und wie man dem Leben und sich vertraut.

Und dass Grenzen zu überwinden sind, wenn man über sie hinausschaut und wagt.

Genau das möchte ich anderen Menschen weitergeben und sie darin unterstützen, ihren Weg zu gehen.